Klima-Infos –
Die Folgen der Klimaerwärmung

Die Folgen der Klimaerwärmung sind von vielfältiger Natur und könnten mittel- bzw. langfristig gravierende Ausmaße annehmen. Diese exakt zu prognostizieren ist natürlich nicht einfach.

Mehr Extreme und Anomalien

Grundsätzlich ist im Klimasystem mehr Energie vorhanden, so dass Wetterextreme und Klimaanomalien (z.B. Hochwasser, Stürme) häufiger und stärker ausfallen werden. Die beobachtete Häufung von wetterbedingten Naturkatastrophen in der vergangenen Jahre (Jahrhundertflut, Jahrhundertsommer) werden von vielen Wissenschaftlern als erste Vorboten der Klimaerwärmung gesehen. Die Summe der Schäden wird sich dementsprechend noch erhöhen.

Derzeit absehbare Folgen

Es lässt sich vorhersagen, wie stark bei einer gewissen Erwärmung Gletscher und die Pole abschmelzen, der Meeresspiegel steigt, sich Wüsten ausbreiten und Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren werden. Daraus konnten die Wissenschaftler dann schließen, dass eine globale Erwärmung vor allem den Entwicklungsländern großen Schaden zufügen wird. Mehrere Millionen so genannter "Klimaflüchtlinge" in Gebieten, die nur wenige Zentimeter über dem Meeresspiegel liegen, werden erwartet. Tiere und Pflanzen sind nicht in der Lage, sich in dieser kurzen Zeit anzupassen oder ihren Lebensraum zu verlagern.

Stichpunktartig sind die Folgen des Klimawandels:

  • Die polaren Eiskappen schmelzen. Die vom arktischen Eis bedeckte Meeresfläche am Nordpol ist in den letzten Jahrzehnten um 10% geschrumpft, und am Südpol ist die Eisdecke nicht mehr stabil.
  • Die Gletscher schmelzen. Bis 2050 werden voraussichtlich 75% der Gletscher in den Schweizer Alpen verschwinden.
  • Die Meeresspiegel steigen. Ihr Anstieg betrug in den letzten 100 Jahren bis zu 25 cm. Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg von bis zu 88 cm bis zum Jahr 2100 aus. Das hätte eine Überflutung niedrig liegender Inseln und Küstengebiete wie z. B. der Malediven, in Ägypten und Bangladesch zur Folge. In Europa wären ungefähr 70 Millionen Küstenbewohner gefährdet. Manche Inseln würden auf immer im Meer versinken. Dazu würde das Meerwasser selbst in küstenfernere Gebiete vordringen und landwirtschaftliche Nutzflächen und Süßwasservorräte versalzen.
  • Der Klimawandel bringt extreme Wetterereignisse mit sich, z. B. Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen. Im vergangenen Jahrzehnt gab es auf der Welt dreimal so viele wetterbedingte Naturkatastrophen wie in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
  • Wasser wird knapper. Fast 1,2 Milliarden Menschen steht kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Steigen die weltweiten Temperaturen um 2,5°C, werden voraussichtlich weitere 2,4 bis 3,1 Milliarden Menschen auf der Welt von Wassermangel betroffen sein und von Hunger bedroht.
  • Tropenkrankheiten wie Malaria könnten sich ausbreiten, da sich die Gebiete für Krankheitsüberträger ausdehnen werden. Ein Temperaturanstieg um 2°C könnte eine Gefährdung von weiteren 210 Millionen Menschen bedeuten.
  • Ab 2070 könnte Europa alle zwei Jahre einer Hitzewelle wie im Jahr 2003 ausgesetzt sein. Die Hitze löste großflächige Waldbrände aus und verursachte in der Landwirtschaft erhebliche Schäden und Verluste.
  • Zahlreiche Pflanzen und Tiere sind bedroht. Der Klimawandel führt dazu, dass ein Drittel der auf der Erde lebenden Tier- und Pflanzenarten bis 2050 ausstirbt. Besonders bedroht sind kälteliebende Säugetiere und Vögel wie Eisbären, Robben, Walrosse und Pinguine.
  • Ein weiterer möglicher Extremfall wäre das Versiegen des Golfstroms, der warme Wassermassen in den Nordatlantik transportiert, was zu einem drastischen Absinken der Temperaturen in Nordeuropa führen würde, möglicherweise dem Beginn einer neuen Eiszeit.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW