Deine Bilanz –
Ernährung

Ernährung und Klimaeffekte

Die Emissionen, die durch Ernährung verursacht werden, betragen 1,43 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr. Die Emissionen entstehen hauptsächlich bei der Produktion, der Lagerung und dem Transport von Lebensmitteln. Dabei werden die Aktivitäten des Verbrauchers (Kochen, Einkaufsfahrten, etc.) nicht eingerechnet, da diese schon beim Stromverbrauch und Verkehr einbezogen werden.

Die Formel, um seine Ernährung klimafreundlich zu gestalten, ist im Prinzip relativ einfach:

Fleischarm, Bio, regional, saisonal

Fleischarm: Der Fleischkonsum macht lt. einer Studie des Ökoinstituts ca. 10% des Nahrungsmittelverzehrs aus. Der Anteil an der CO2-Emission liegt mit 429 kg CO2-Äquivalente pro Person und Jahr bei CO2 bei über einem Viertel. Sehr hoch ist mit 460 kg CO2-Äquivalent auch der Anteil von Milchprodukten, vor allem Butter (142 Kg)und Käse (140 kg). Insbesondere bei der Rinderhaltung und anderen Wiederkäuern wird sehr viel Methan freigesetzt, ein 21-mal schädlicheres Klimagas als CO2. Dazu kommt der hohe Bedarf an Futtermitteln, für das z.B. Regenwälder abgeholzt werden, um Sojapflanzen anzubauen (in den 429 kg nicht enthalten). Des Weiteren sind weite Transportwege und Tiefkühlung für weitere Emissionen verantwortlich.
Im Vergleich zum Rind fällt die Bilanz bei Geflügel oder Schweinefleisch, erst recht wenn sie vom regionalen Ökobauern stammen, günstiger aus. Einen bekömmlichen Ersatz bieten auch die vielfältigen Eiweißprodukte, die im Bioladen zu finden sind, wie z.B. karamelisierter Tempeh, scharf angebratener Seitan oder paniertes Tofu.

Die folgende Tabelle zeigt die CO2-Emission (in g pro kg Ware) einiger ausgewählter Lebensmittel und verdeutlicht den Einfluss der Produktwahl. (Quelle: Pendos CO2-Zähler)

ProduktgruppeProduktCO2-Emissionen (in g
pro kg Lebensmittel)
Fleisch- und Wurstwaren Rindfleisch 13.300
Rohwurst 8.000
Schweineschinken 4.800
Geflügel 3.500
Schweinefleisch 3.250
Milch- und tierische Produkte Butter 23.800
Hartkäse 8.500
Sahne 7.600
Eier 1.950
Quark 1.950
Frischkäse 1.950
Margarine 1.350
Joghurt 1.250
Milch 950
Obst Äpfel 550
Erdbeeren 300
Backwaren Mischbrot 750
Brötchen 650
Weißbrot 650

Bio: Je nach Lebensmittelart verursacht biologisch erzeugte Ware im Schnitt 5 bis 25% weniger CO2-Emissionen als das konventionell erzeugte Pendant. Dies erfolgt hauptsächlich durch den Verzicht auf Düngemittel. Dadurch tun Sie auch etwas für Ihre Gesundheit.

regional: Von nun an ganz auf biologische Ware zu setzen, löst das Problem jedoch nicht ganz. Ein Kilogramm Äpfel aus Deutschland verursacht ca. 500 g CO2. Kommt dieselbe Menge an Äpfeln z.B. mit dem Schiff aus Chile, verdoppeln sich durch den Transport die CO2-Emissionen. Man sollte also beim Wareneinkauf auf die Herkunft achten. Nun gibt es leider nicht alle Obstsorten in Deutschland. Orangen und Mangos müssen zwangsläufig aus dem Ausland kommen. Die meisten dieser Früchte aus südlichen Ländern wachsen dort jedoch auf dem freien Land, ohne beheiztes Treibhaus, Bananen z.B. reifen während der Überfahrt auf dem Schiff. Die Transportemissionen sind dementsprechend gering. Beim Kauf solcher Produkte sollten Sie auf biologisch und fair gehandelte Ware achten. Andere importierte Lebensmittel müssen per Flugzeug eingeflogen werden. Dies verursacht Emissionen, die um ein Vielfaches höher sind.

saisonal: Kaufen Sie nun im Oktober biologisch erzeugten Spargel aus Deutschland, haben Sie die CO2-Einsparungen durch die Aspekte bio und Regionalität leider durch die fehlende Saisonalität wieder mehr als zunichte gemacht. Der Spargel lag seit der Ernte im Mai/Juni in Kühlhäusern oder stammt aus beheizten Treibhäusern, was beides einen enormen Energieaufwand und hohe CO2-Emissionen, die diejenigen von Importgemüse übersteigen, verursacht. Der dritte wichtige Aspekt, auf den zu achten ist, ist deshalb die Saisonalität.

Unter regional-saisonal.de lassen sich zahlreiche Rezepte finden, die aus überwiegend regional und saisonal erhältlichen Zutaten zubereitet werden können. Zudem wird ein Saisonkalender für Gemüse, Obst und Salat angeboten.

Die folgende Tabelle stellt anhand des Beispiels Tomate die CO2-Emissionen der verschiedenen Produktionswege dar. (Quelle: Pendos CO2-Zähler, Öko-Institut; Werte sind Näherungswerte)

 ErzeugungTransportKühllagerung bzw. Gewächshausgesamt
Biologisch erzeugte Tomate aus der Region, September, per LKW 35 230 0 265
Herkömmlich erzeugte Tomate aus der Region, September, per LKW 85 230 0 315
Biologisch erzeugte Tomate aus Übersee, per Schiff 35 570 0 605
Herkömmlich erzeugte Tomate aus Übersee, per Schiff 85 570 0 655
Biologisch erzeugte Tomate aus der Region, März, per LKW 35 230 9.000 9.265
Herkömmlich erzeugte Tomate aus der Region, März, per LKW 85 230 9.000 9.315

Durch Anwendung der Formel bio, regional, saisonal und eine weitestgehende Einschränkung des Konsums bzgl. tierischer Lebensmittel können Sie bis zu 0,6 Tonnen CO2 pro Jahr sparen.

Des Weiteren sollten Sie auf frische Ware mit möglichst wenig Verpackung achten. Frisches Gemüse verursacht im Schnitt nur 150 g CO2 pro Kilogramm Waren, tiefgekühlt sind es schon 400 und als Konserve 500. Fertigprodukte verursachen mehr CO2 als Frischware, da jeder Arbeitsschritt zusätzlich CO2 verursacht.

klimafreundlicher Einkaufklimabelastender Einkauf
Obst und Gemüse Fleisch und Milchprodukte
frische und rohe Nahrung tiefgekühlte und verarbeitete Nahrung
frische Kartoffeln getrocknete Kartoffeln und tiefgekühlte Pommes frites
ökologisch erzeugte Nahrung konventionell erzeugte Nahrung
regionale und saisonale Nahrung überregionale und im Gewächshaus angebaute Nahrung
ohne Auto gekaufte Nahrung mit Auto gekaufte Nahrung
0,75 t CO2 Gesamtemissionen 1,5 t CO2 Gesamtemissionen

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW